Karfreitag
Traditionell gilt in den evangelischen Kirchen Karfreitag als höchster Feiertag; erst seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil auch katholischer Feiertag. Er wird traditionell als Bußtag begangen (Fasten, keine Eucharistie).
Karfreitag und Ostern als Erinnerung an Leiden und Auferstehung Jesu Christi wurden bereits seit Mitte des 2. Jahrhunderts feierlich ausgestaltet. Nach der lateinischen Liturgie, in der sich noch alte Elemente erhalten haben (Schweigen von Glocken und Orgel; liturgische Farbe Rot und nicht mehr Schwarz), besteht die Feier am Nachmittag aus einem Wortgottesdienst, der der Johannespassion gewidmet ist, den »großen Fürbitten« und der Enthüllung und Verehrung des Kreuzes, zum Teil begleitet von ursprünglich orientalischen Gesängen (Improperien). In den Ostkirchen beziehen die Gottesdienste des Karfreitags u. a. die großen Horen und die Übertragung des Epitaphs Jesu Christi (Tuch mit der Darstellung Jesu im Grabe) vom Altar vor die Ikonostase ein.
In größeren katholischen Orten wurden seit Beginn des 17. Jahrhunderts bis zur Aufklärungszeit Prozessionen veranstaltet, in denen die Bürger die Stationen des Leidens Jesu Christi verkörperten, auch Gestalten des Alten Testaments als Vorbilder und allegorische Figurationen mitzogen, dazu Scharen von Büßern, die sich geißelten oder Kreuze schleppten. Verschiedenenorts wurde die Kreuzigung Jesu auf einer Bühne vorgeführt (Passionsspiele).
Gründonnerstag
Am Gründonnerstag soll man (heißt es) Spinat essen:


Zu seinem Gedächtnis findet in allen christlichen Liturgien ein seit dem 4. Jahrhundert nachweisbarer Abendgottesdienst statt. In zahlreichen katholischen Kirchen wird dabei traditionell die Fußwaschung (Johannes 13, 5; 14) symbolisch nachvollzogen. Am Gründonnerstag als dem letzten Tag der ursprünglichen Fastenzeit erfolgte bis Mitte des 20. Jahrhunderts (Streichung aus dem Pontifikale) in der lateinischen (katholischen) Kirche – nach vorausgegangenem öffentlichem Bußverfahren – die Wiederaufnahme Exkommunizierter (Rekonziliation).
Im Gedenken an die Einsetzung des Abendmahls, zur »Mandat«-Feier, wurden, seit dem späten Mittelalter bezeugt, von Klöstern, Stadtpfarreien, Stadtobrigkeiten Brotspenden, das »Mandatbrot«, in Westfalen »Mändelbrot«, an Arme, auch Honigbrote und Lebkuchen an Kinder verteilt. Im Mittelalter war Gründonnerstag auch ein wichtiger Termin für die Ablieferung des Naturalzinses an den Grundherrn (Eier). Von Gründonnerstag bis in die Osternacht schweigen die (laut Volksmund nach Rom geflogenen) Glocken der katholischen Kirchen. Vielerorts zogen dann Knabengruppen mit hölzernen Tafeln, Klappern oder Ratschen von Haus zu Haus, luden zum Gottesdienst und erheischten Naturalien, besonders Eier. Den am Gründonnerstag gelegten Eiern wurde besondere Segens- und Schutzkraft zugeschrieben. Seit dem 17. Jahrhundert wurde besonders in altbayerischen und tirolischen Kirchen, in manchen Orten bis zur Liturgiereform 1955, durch plastisch-bewegliche Figuren das Gebet Christi am Ölberg inszeniert.

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