Japan und KI

Japan macht es vor. Das Land investiert umgerechnet 50 Milliarden Euro in den kommenden vier Jahren in eine digitale KI-Infrastruktur. Daran wird deutlich: Wer wirklich will, der kann. Und: Eine digitale Souveränität ist nicht zum Nulltarif zu haben.

Man stelle sich vor, in Deutschland zahlten die 40 Dax-Unternehmen ein Jahr lang die Dividenden nicht an ihre Aktionäre, sondern in einen KI-Fonds. Oder die 100 reichsten Deutschen spendeten jeweils fünf Prozent ihres Vermögens. Ausreichend wäre auch der EU-Agrarhaushalt eines Jahres. In jedem Fall kämen etwa 50 Milliarden Euro zusammen. Das ist die Summe, die Japan bis 2030 in den Aufbau einer souveränen KI-Infrastruktur steckt und dabei der Welt vormacht, wie ein Land KI clever nutzt, auch wenn es keine digitale Supermacht ist.

Das Interessante am japanischen Modell ist die gemeinsame Kraftanstrengung der Wirtschaft, der Universitäten und des Staates, um Japans Stärken in die KI einzubringen.

Der Staat hat mit dem KI-Fördergesetz von 2025 einen Rahmen geschaffen, der die Entwicklung eigener Modelle zur nationalen Aufgabe erklärt. Die Universitäten liefern die Basis. Das Nationale Informatikinstitut NII bündelt Dutzende Hochschulen, die offene japanische Sprachmodelle bauen. Alle ziehen an einem Strang, ohne immer nur den eigenen Vorteil im Auge zu haben.

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