Wer das bisher nicht verfolgt hat: Der Angriff erfolgte bereits im August. Am Freitag, 4. September, ist die Frist zur Zahlung des Lösegelds abgelaufen und die erbeuteten Daten sind veröffentlicht worden.
Das liest sich alles so richtig schlimm und heftig.
Meiner bescheidenen und nicht maßgeblichen Meinung nach müsste das ein Weckruf nicht nur für Berlin und Deutschland sein, sondern auch für andere Behörden, Staaten usw.

Zwei ausführliche Bericht darüber:
https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/hacker-berlin-cybersicherheit-atug-100.html
Die Veröffentlichung der hochsensiblen Berliner Daten habe Folgen über Jahre bis Jahrzehnte für die betroffenen Personen und kritischen Infrastrukturen und Einrichtungen. Bei den kritischen Infrastrukturanlagen wird sich das schlicht erst ändern, wenn man das Umspannwerk, das Heizkraftwerk, das Krankenhaus abreißt.
6. September 2026
Es ist von einem „echten Daten-Super-GAU“, von einem Datenabfluss „von gravierendem Ausmaß“ die Rede: Die Cyberattacke auf Teile der Berliner Verwaltung könnte viel weitreichendere Folgen haben als zunächst bekannt, weit über die Hauptstadt hinaus. Seit Freitag sind rund 1,44 Millionen Dateien mit einem Umfang von 5,8 Terabyte im Darknet veröffentlicht.
Seiner Einschätzung nach könnte es sich um den schwersten bislang bekanntgewordenen IT-Sicherheitsfall auf Landesebene handeln – mit möglicherweise erheblichen finanziellen Folgen, so von Notz: „Der jüngste Fall in Berlin wird die Steuerzahler Millionen kosten. Die Bundesregierung trifft eine direkte Mitschuld.“
Der IT-Experte Manuel Atug wirft dem Land Berlin schwere Versäumnisse vor. „Das Land Berlin hat grob fahrlässig gehandelt und vorsätzlich die Geheimschutz-Vorgaben nicht eingehalten“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Ich bin darüber wirklich schockiert und sprachlos.“ Atug sagte, er sei 2023 und 2025 als Sachverständiger in den Berliner Innenausschuss geladen worden und habe damals schon auf eklatante Sicherheitslücken hingewiesen.
Die Bundeswehr kündigte an, nach der Analyse möglicher Sicherheitsrisiken Maßnahmen zum Schutz der militärischen Sicherheit einzuleiten.
7. September 2026
Andere Medienberichte:
Dateien sind mit Passwörtern wie ‚Robert123‘ abgesichert worden.
Da Berlin Bundeshauptstadt ist, sind auch zahlreiche Bundesbelange betroffen. Eine Stichprobe ergab etwa mehr als 550 Dateien zur Kanzleramtserweiterung, darunter Gutachten, Pläne und Stellungnahmen, etwa des Landeskriminalamts.
Der Regierende Bürgermeister Wegner äußerte sich bis Samstagmittag nicht öffentlich zu den veröffentlichten Daten. Er war Freitagabend mit Bundeskanzler Friedrich Merz bei einem Basketballspiel der deutschen Frauennationalmannschaft in Berlin.
Weder der Bundeskanzler noch der Bürgermeister können aktiv was tun. Aber der Eindruck, der hinterlassen wird, ist fürchterlich.
Schwer nachzuvollziehen ist in jedem Fall, dass offenbar nahezu sechs Terabyte Daten aus Berliner Netzen abfließen konnten, ohne dass die eingesetzten Sicherheitssysteme Alarm schlugen und Verantwortliche die Eindringlinge bemerkten.
Der Regierende Bürgermeister hatte einst die Digitalisierung zur Chefsache erklärt. Die Bilanz davon können wir nun alle offen ungeschützt im Netz besichtigen.
Die Gewerkschaft der Polizei in Berlin zeigte sich mit Blick auf die Vorgänge konsterniert. „Er hat Berlins Politik einmal mehr deutlich vor Augen geführt, dass hier über Jahre gepennt wurde“, sagte GdP-Landesvize Thorsten Schleheider. „Es kann nicht sein, dass hier tagelang hochsensible Daten geraubt wurden und die einzige Reaktion scheinbar darin besteht, die Beschäftigten anzuweisen, ihre Passwörter zu ändern.“ Das zeuge schon von einer gewissen Hilflosigkeit.
Unter den Daten, die einsehbar sind, ist zum Beispiel der Antrag auf ein neues Handy – samt der Unterschrift des Verwaltungsmitarbeiters. „Das heißt, ich habe schon mal Unterschriftenproben, das ist für manche Kriminelle ja ganz praktisch“, sagte Selz.
Sicherheitsexperten warnen vor möglichen Folgen für die nationale Cybersicherheit. Kritisch seien insbesondere veröffentlichte Dokumente zu Notfall- und Krisenplanung sowie Informationen, die Rückschlüsse auf kritische Infrastruktur zulassen könnten. Bundesbehörden und Sicherheitsdienste analysieren derzeit die veröffentlichten Daten.
6. September 2026
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